Wenn Kinder zu Pöstlern werden

PostDoc Schulservice bietet Schulklassen zahlreiche Lehrmittel rund ums Thema Post. Verschickt und verwaltet werden die Unterrichtsmaterialien im Betrieb B des Blinden- und Behindertenzentrum Bern. Ungebrochener Beliebtheit erfreut sich dabei die Kinderpost aus Holz.

Da macht der kleine Moritz (2) auf einmal ganz grosse Augen: Gebannt verfolgt er, wie seine Schwester Nea Jonna (5) einen Stempel nach dem andern auf das Stück Papier vor ihr setzt. Zack! Und schon wieder ist ein imaginärer Brief bereit für den Versand. Nea Jonna nickt zufrieden, während ihre Mutter am «richtigen» Schalter daneben gerade ein Paket aufgibt. Keine Frage: Die Faszination, welche die Post auf Kinder ausübt, ist auch im Jahr 2019 ungebrochen. Das zeigt sich nirgendwo besser als am Kinderschalter der sanierten und im Sommer 2018 eröffneten Hauptpost in Luzern. Zack!

Was Moritz und Nea Jonna noch nicht wissen: Es ist sehr gut möglich, dass die beiden Geschwister später im Kindergarten und der Schule wieder mit der Post zu tun haben werden. Mit PostDoc Schulservice bietet die Post nämlich rund 20 stufengerechte Lehrmittel zu ganz unterschiedlichen Postthemen an – für Lehrkräfte kostenlos. Der grosse Klassiker: Die Kinderpost. Diese beinhaltet einen Postschalter aus Holz, Stempel, ein Telefon, diverse Formulare und Kleber – sowie ein Set Banknoten. «Die Nachfrage nach der Kinderpost ist ungebrochen», bestätigt Nick Moser, Leiter PostDoc Schulservice. Allein im vergangenen Jahr wurde die Spielpost fast 400 Mal an Schulen oder Kindergärten in der ganzen Schweiz verschickt.

Der Mann, der immer genau weiss, welche Post sich wo befindet, heisst Hans Balsiger. Der 61-jährige verbrachte sein gesamtes Berufsleben im Blinden- und Behindertenzentrums Bern. Dieses bietet blinden, sehbehinderten und mehrfachbehinderten Menschen eine breite Palette an Wohn-, Arbeits- und Ausbildungsplätzen.

Seit über 20 Jahren im Dienste der Kinderpost

Balsiger ist seit über 20 Jahren für die Kinderpost verantwortlich. Er ist es, der den Postschalter nach der elektronischen Bestellung bereitstellt und verschickt. Und Balsiger ist es auch, der die Post nach der Rücksendung kontrolliert, reinigt und – wenn nötig – repariert. Auch wenn Balsiger auf einem Auge gar nichts und auf dem andern nur 20 Prozent sieht, kennt er die Kinderpost besser als jeder andere: «Ich merke sofort, wenn etwas fehlt», sagt er. Um zu demonstrieren, wie geübt er im Umgang mit der Kinderpost ist, nimmt er kurzerhand ein Modell auseinander. Dafür braucht er keinen Schraubenzieher – und weniger als 30 Sekunden.

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Die Ausleihdauer der Kinderpost beträgt in der Regel einen Monat. «Üblicherweise befinden sich rund 30 bis 40 Stück im Umlauf», erklärt Balsiger. Damit er nie den Überblick verliert, ist jeder Schalter mit einer Nummer versehen. Besonders gross ist die Nachfrage nach der Kinderpost jeweils zu Beginn eines neuen Schuljahres.

Meistens kommen die Postschalter unbeschädigt in den Betrieb B zurück. «Häufig sind sie dafür vollgestempelt», sagt Hans Balsiger – entsprechend aufwändig sei die Reinigung der Postschalter. Hans Balsiger erledigt seine Arbeit stets mit grossem Pflichtbewusstsein. Nie käme es ihm in den Sinn, halb-komplette oder ungereinigte Postschalter zu verschicken. Für ihn ist klar: «Jede Klasse hat ein Anrecht auf eine neuwertige und komplette Kinderpost.»

Kaugummi als Leim-Ersatz

Obwohl viele der rund 150 Kinderpostschalter schon seit vielen Jahren im Umlauf sind, ist die Qualität  der in der Schweiz produzierten Kinderpost ungebrochen hoch. «Das ist Qualitätsware», betont Balsiger. Das wissen auch die jeweiligen Nutzer zu schätzen. Manchmal findet Hans Balsiger in einer Rücksendung eine Zeichnung oder einen kurzen Dankesbrief einer Schulklasse. «Darüber freue ich mich sehr.» Was ihn weniger freute, dafür umso mehr zum Schmunzeln brachte, war der Versuch einer Lehrerin, einen beschädigten Postschalter selber zu flicken: Sie benutzte dafür einen Kaugummi als provisorischen Klebstoff. Ob das auch Moritz und Nea Jonna gemerkt hätten?

Die Post engagiert sich für gemeinnützige und soziale Anliegen

Sozialgesellschaftliche Engagements wie zum Beispiel die Herstellung der «Kinderpost» sind in der Corporate-Responsibility-Strategie der Post verankert. Sie werden zum Handlungsfeld «Corporate Citizenship» gezählt. Bei solchen Aktivitäten stellt die Post einen Teil ihrer Ressourcen gezielt in den Dienst von gemeinnützigen und sozialen Anliegen. Die Post ist hier seit Jahren aktiv, indem sie unter anderem kostenlose Logistikleistungen für die Verteilaktion «2 x Weihnachten» des Schweizerischen Roten Kreuzes bereitstellt und Weihnachtsgeschenke an Menschen in Not ausliefert. Auch für die Kultur setzt sich die Post ein, indem sie Schweizer Künstlerinnen und Künstler mit der posteigenen Kunstsammlung unterstützt. Stiftungen und Projekte mit einem sozialen, beziehungsweise kulturhistorischen Hintergrund oder einem Fokus auf die Jugendarbeit werden durch die Post gefördert – über den Briefmarkenfonds oder über die Herausgabe von Zuschlagsmarken. Diese leisten einen wichtigen Beitrag zur Mittelbeschaffung und Vermittlung von Botschaften.