Weihnachtsmann und Christkind erhalten Rekordmenge an Briefen

Weihnachten 2020 schrieben die Kinder so viele Briefe wie noch nie an den Weihnachtsmann und das Christkind: Seit Ende November trafen bei der Post 34 286 Kinderbriefe aus der ganzen Schweiz ein – ein neuer Rekord. Die Briefe zeigen deutlich, dass die Corona-Krise auch die Kinder beschäftigt.

Seit 1950 hat die Zahl der Kinderbriefe an den Weihnachtsmann und ans Christkind mächtig zugenommen: Zählten die Postwichtel in der Schweiz in den ersten Jahren rund 450, waren es 30 Jahre später bereits rund 1800 Briefe und 2004 gar 17’522 Kinderbriefe. Und Weihnachten 2020 schrieben die Kinder 34 286 Briefe – adressiert an Babbo Natale, Père Noël, den Weihnachtsmann oder das Christkind. Eine Rekordzahl und rund 14 Prozent mehr als im Vorjahr.

Seit Jahren stammen die die meisten Briefe aus der Westschweiz (59 Prozent). Dort haben Briefe an den Père Noël, die meist Wunschlisten und gute Vorsätze enthalten eine lange Tradition. Aus der Deutschschweiz kamen 19 Prozent und dem Tessin 15 Prozent der Briefe.

Irene Russo, Postwichtel für den Weihnachtsmann und das Christkind.

Corona beschäftigt auch die Kinder
Irene Russo arbeitet seit drei Jahren als Postwichtel für den Weihnachtsmann und das Christkind. Die Tessinerin erlebte die vergangene Weihnachtszeit als besonders emotional: «Wir haben festgestellt, dass die Themen Corona und Gesundheit die Kinder sehr beschäftigen. Uns erreichten zahlreiche Wünsche und Briefe zu diesen beiden Themen», sagt Irene Russo. Die Kinder befürchteten etwa, dass sich das Christkind mit dem Virus infiziert und sendeten gar Masken, die das Christkind oder den Weihnachtmann schützen sollen. Vergangenes Jahr haben besonders viele Briefe Irene Russo berührt: Zum Beispiel schrieben Kindern, dass sie traurig seien, dass sie die Grosseltern aufgrund Corona nicht sehen konnten. Aber auch, dass sie geliebte Menschen verloren haben und deswegen traurig sind. Neben diesen bewegenden Briefen, erreichten die Wichtel aber auch wie bereits in den Vorjahren zahlreiche materielle Wünsche – wie etwa ein IPhone oder eine Playstation.  «Und wie jedes Jahr sammelten sich auch ausgediente Nuggis bei uns», schmunzelt Irene Russo.

Nicht zuletzt schrieben auch zahlreiche Erwachsene ans Christkind. «Es gibt Erwachsene, die sich einfach einsam fühlen und deshalb freuen, wenn sie zu Weihnachten Post vom Christkind erhalten», sagt Russo sichtlich berührt.

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So viele Briefe wurden in den letzten Jahren an den Weihnachtsmann oder das Christkind verschickt:

 

Postwichtel helfen jedes Jahr dem Weihnachtsmann und dem Christkind
Die Postwichtel sammeln diese Schreiben und kümmern sich um die Sortierung der Briefe nach Sprachen sowie um die Antworten. Sofern eine Absenderadresse auffindbar ist, schreiben die Wichtel zurück: die Kinder erhalten einen Antwortbrief mit einer besonderen Weihnachtsbriefmarke und einem Stempel von der Poststelle Bern-Bethlehem sowie ein kleines Geschenk.

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