Das Erfolgsrezept beim Eco-Driving: Vorausschauend fahren

Die Post nimmt ihre Verantwortung für die Umwelt ernst und versucht, ökologische Auswirkungen zu begrenzen. Und wenn man dabei fossile Energieträger spart und den CO2-Fussabdruck reduziert, umso besser. Die Eco-Drive-Fahrtechnik wird bei der Post seit 2008 angewendet. Sie ist eine der Massnahmen, mit denen die Fahrer der gelben Fahrzeugflotte den Treibstoffverbrauch senken. Im richtigen Moment Gas geben, früh schalten und nicht unnötig bremsen – mit diesem Fahrstil können berufliche wie auch private Lenker viel bewirken. Im Jahr 2016 konnte die Post so ihren Treibstoffverbrauch um 6800 Liter senken.

Am Samstag trafen sich in Daillens die besten Fahrer aus der Zone 1 von PostLogistics, d. h. aus der gesamten Westschweiz, um auf einer ausgewählten Route im Gros de Vaud denjenigen unter ihnen mit dem energiesparendsten Fahrstil zu küren. Der Gewinner darf an drei weiteren Fahrwettbewerben sowie am internationalen Eco-Drive-Wettbewerb in Holland teilnehmen. Der Wettbewerb fand im ersten Austragungsjahr als Pilotprojekt und nur in der Westschweiz ohne die anderen Zonen statt.

Vorausschauend fahren – und etwas Glück

«Das Stichwort des Tages lautet ‚Sicherheit’», sind sich der Zonenleiter Jean-Maurice Constantin und der Wettbewerbsverantwortliche Alain Zufferey einig. Auf die 18 Fahrer – die bereits an einer Vorausscheidung an einem der acht Logistikstandorte in der Westschweiz teilnahmen – warteten verschiedene Parcours rund um das Paketzentrum Daillens. Der erste Parcours, der 85 Prozent der Endwertung ausmacht, ist eine 23 Kilometer lange Strecke, die es in maximal 45 Minuten mit möglichst geringem Treibstoffverbrauch zu absolvieren gilt. Wir fahren bei Renato Ramos mit. Er hat einen Heimvorteil, weil er die Strassen der Region kennt: «Ich weiss, wann ich das Fahrzeug im Gefälle rollen lassen kann.» Schon nach den ersten Radumdrehungen schaltet der Pöstler einen Gang höher, um die Drehzahl niedrig zu halten – den Motor hört man kaum. Es herrscht volle Konzentration. Ein Auge ist auf den Bordcomputer gerichtet, der den Verbrauch anzeigt, das andere auf den Verkehr.

Renato Ramos setzt die einfachen Massnahmen des Eco-Drive-Fahrstils um.

Renato Ramos setzt die einfachen Massnahmen des Eco-Drive-Fahrstils um.

Spannend wird es, als wir uns der Kreuzung nähern. Hier ist das Ziel, sich in den Verkehr einzufügen, ohne anhalten zu müssen – beziehungsweise nur, wenn es die Verkehrsregeln unbedingt verlangen. Auf den ersten Kilometern läuft es ziemlich gut. Doch dann ruft unser Fahrer plötzlich entsetzt: «Oh nein!» Ein Traktor mit einem Anhänger voller Rüben taucht auf und behindert den Verkehrsfluss. Etwas später schaltet eine Ampel direkt vor unserer Nase auf Rot und zwingt uns zum Anhalten. Der Motor wird ausgeschaltet. Auf den letzten Kilometern läuft es wieder besser. Das Ergebnis: ein Verbrauch von 6,1 Litern pro 100 Kilometer – eine gute Leistung mit einem Lieferwagen.

Dank vorausschauender Fahrweise nimmt der Fahrer frühzeitig den Fuss vom Gaspedal und muss nicht anhalten, um das Auto vorzulassen.

Dank vorausschauender Fahrweise nimmt der Fahrer frühzeitig den Fuss vom Gaspedal und muss nicht anhalten, um das Auto vorzulassen.

Es bleibt gerade noch Zeit für ein kurzes Debriefing mit den Experten, dann geht es zur nächsten Station, einer Geschicklichkeitsübung. Sie besteht darin, mit einem Lieferwagen um Pylonen zu kurven, ohne dass der Paketstapel im Laderaum umkippt. Das Programm ist anspruchsvoll. Der erste Durchlauf ist nicht einfach: Immer wieder einmal fällt ein Paket herunter oder wird ein Pylon verschoben. Beim zweiten Versuch klappt der Slalomlauf schon viel besser, und die Manöver werden mit zunehmender Eleganz gemeistert. Ähnlich verläuft auch die dritte Challenge, bei der es darum geht, das Fahrzeug so weit wie möglich rückwärts an eine Rampe zu parkieren.

Die Challenge: Trotz enger Kurven darf beim Slalom um die Hütchen keines der Pakete im Innern des Fahrzeugs herunterfallen.

Die Challenge: Trotz enger Kurven darf beim Slalom um die Hütchen keines der Pakete im Innern des Fahrzeugs herunterfallen.

 

Eine gute Übung für die Saison

Die letzte Übung passt zur Jahreszeit: Schneeketten montieren, und zwar möglichst schnell. Für einige, etwa Alexandre Tamburrini aus Genf, eine Premiere. Was jedoch nicht heisst, dass er dafür länger braucht als die Kollegen. Im Gegenteil: Am Ende liegt er sogar im Spitzenfeld. Die unglaublich kurze Zeit von 1 Minute und 7 Sekunden, die Christophe Hürlimann für die Montage und Demontage einer Kette benötigt, wird einzig durch Fabrice Thériseaux aus Sitten unterboten. Er schafft die gleiche Aufgabe in nur 41 Sekunden.

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Die Schneekettenmontage bringt einige ins Schwitzen.

Die Schneekettenmontage bringt einige ins Schwitzen.

Der Sieger des Eco-Drive-Wettbewerbs der Post heisst João Gouveia. Er absolviert die Fahrstrecke mit einem Verbrauch von lediglich 5,4 Litern pro 100 Kilometer – fast einem halben Liter weniger als der Zweitplatzierte. Und sein Geheimnis? «Vorausschauend fahren. So muss man weniger anhalten und kann das Trägheitsmoment des Fahrzeugs optimal ausnutzen.» Der Gewinner, der die Schweizerische Post im nächsten Jahr in Holland vertreten wird, ist einer der jüngsten Teilnehmer. «Wissen Sie, wenn man als Lehrling für ein Fahrzeug mit einem grossen Motor verantwortlich ist, lernt man, Kosten zu sparen.» Seine Erfahrungen setzt er nun täglich am Logistikstandort in Boudry (NE) für die Post ein, wo er in diesem Sommer seine Lehre abgeschlossen hat.

Der Tagessieger, João Gouveia.

Der Tagessieger, João Gouveia.