Aus GELB mach GRÜN – die Post liefert in Zürich auch CO2-neutral

Bis 2025 sollen Pakete in Stadtgebieten weitgehend CO2-neutral bei den Kunden ankommen. Das hat sich die Post auf die Fahne geschrieben. Bereits heute hat sie eine ansehnliche Flotte an Elektrofahrzeugen – beispielsweise in der Innenstadt von Zürich.

Wenn andere sich noch zweimal im Bett umdrehen, sitzt Muharrem Shabani bereits hinter dem Steuer seines Maxus EV 80. «Ich China kennt fast jedes Kind diese Automarke, in der Schweiz ist sie noch kaum bekannt», sagt er. Der Lieferwagen ist gelb lackiert, weil er Teil der E-Flotte der Post ist. Und sie soll zu einer regelrechten Armada werden und die Post damit jedes Jahr etwas grüner machen. Um 6 Uhr in der Früh verlädt Shabani im CityLogistik-Hub der Post in Zürich Enge die dort angelieferten Pakete ins Heck seines Autos. Und zwar so, dass immer gerade die Pakete zuvorderst sind, die beim nächsten Halt ausgeliefert werden müssen. «Gute Vorbereitung ist die halbe Lieferung», weiss Shabani.

 

Philosophie der CityLogistik-Hubs

Das Konzept der CityLogistik-Hubs der Post besteht nicht bloss aus Elektrofahrzeugen. Alles ist hier auf Effizienz und möglichst wenig Umweltemissionen ausgelegt, nicht nur die Feinverteilung wie sie Muharrem Shabani und andere engagierten Pöstlern erledigen. Noch liefern mit Diesel betriebene Lastwagen die Pakete aus den grossen Verteilzentren zu den regionalen Stellen – oder wie in Zürich Enge zum CityLogistik-Hub. Doch auch diese Transporte sollen in Zukunft umweltfreundlich erfolgen. Zur grünen Strategie der Post in Zürich gehört auch ihre Tochterfirma «notime». Die Fahrerinnen und Fahrer von «notime» liefern beispielsweise ab Oerlikon Kundenbestellungen per Lastenvelo und E-Fahrzeugen ebenfalls umweltfreundlich aus. Bis ins Jahr 2025 will die Post in urbanen Gebieten weitgehend alles CO2-neutral ausliefern.

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Bis zu 190 grüne Kilometer liegen drin

Beim albanisch stämmigen Familienvater einer Tochter und eines Sohnes ist die grüne Zukunft der Post bereits heute Realität. Muharrem Shabani ist vor Jahren aus dem Kosovo in die Schweiz gekommen und mit Herz und Seele Zusteller bei der Post. «Ich bin stolz auf meine Arbeit und seit ich elektrisch unterwegs bin sogar noch mehr.» Sagt es und zieht den Stecker des Elektroladekabels aus der Buchse in der Fahrzeugfront. Wenn es rasch gehen muss, genügen ein oder zwei Stunden für eine Schnellladung. Über Nacht hängt das Auto 14 Stunden am Strom und das reicht dann bis zu 190 Fahrkilometer.

Bis ins Jahr 2025 will die Post in urbanen Gebieten weitgehend alles CO2 -neutral ausliefern. Aktuell besteht die grüne Flotte in der Paketzustellung der Post aus Elektro-Fahrzeugen der Marken Nissan, MAN und SAIC Maxus.

Bis ins Jahr 2025 will die Post in urbanen Gebieten weitgehend alles CO2 -neutral ausliefern. Aktuell besteht die grüne Flotte in der Paketzustellung der Post aus Elektro-Fahrzeugen der Marken Nissan, MAN und SAIC Maxus.

Bussen gibt’s auch für Elektrofahrzeuge

«Jetzt kann es losgehen», sagt Muharrem Shabani, steigt ein und tritt aufs Gaspedal. Doch kein Dieselmotor nagelt, sondern es hört sich wie ein Schnurren an, das in ein Summen übergeht, als sich Shabani in den Morgenverkehr einfädelt. «Er ist heute nicht so zäh wie sonst» und rasch ist die Zürcher Bahnhofstrasse erreicht. Hier muss Shabani bis 9 Uhr fertig sein. «Sonst krieg ich eine Busse fürs Blockieren des Umschlagplatzes – und die müsste ich dann selbst bezahlen». Doch das passiert ihm eigentlich nie. Vor allem deshalb, weil er die Quartierstrassen und Gässchen wie seine Westentasche kennt und ruckzuck, heute als erstes bei einem Modehaus, alles abliefert. Seine zweite Tour an diesem Tag wird er um 11 Uhr antreten. Bis dahin hat Shabani bereits Dutzende Pakete routiniert und zuverlässig zugestellt.

Zeichen der Wertschätzung

Doch noch ist er auf seiner ersten Tour und auf dem Weg zu einer Anwaltskanzlei. Hierhin liefert er fast täglich etwas. «Die beiden Damen am Empfang kenne ich schon lange. Sie haben mich immer wieder gefragt, ob ich einen Kaffee möchte, bis ich eines Tages zugesagt habe», erzählt der 37-Jährige. «Weiterhin abzulehnen, wäre unhöflich gewesen.» Sein Gesicht strahlt, als er wieder in den Lift nach unten steigt. Dass seine Arbeit geschätzt wird, freut ihn. Doch er bekommt nicht nur Kaffee offeriert – es gibt auch Komplimente anderer Art: «Hin und wieder werde ich auf der Strasse auf mein Elektrofahrzeug angesprochen. Weil die Leute merken, dass ich umweltfreundlich unterwegs bin, bedanken sie sich dafür.»

 

Nachhaltig erfolgreich

Rund 3’500 Haushalte und 16’600 Privatkunden bekommen in Teilen der Zürcher Innenstadt ihre Briefe und Pakete vollständig CO2-neutral. Schon seit Ende 2016 setzt die Post bei der Briefzustellung in der ganzen Schweiz voll auf Elektromobilität. Sämtliche rund 6’000 zwei- und dreirädrigen E-Roller fahren ausschliesslich mit «naturemade star»-zertifiziertem Ökostrom aus der Schweiz. Und auch die Pakete sollen sukzessive alle elektrisch geliefert werden. Das Ziel ist, bis Ende 2020 die CO2-Effizienz generell um mindestens 25 Prozent zu verbessern im Vergleich zu 2010. Die Post wird dieses Ziel sogar übertreffen, hat sie doch per Ende 2019 bereits eine Verbesserung um 27,6 Prozent erreicht.

 

 

 

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